Winfried Kretschmann in Hohenlohe

Foto: Patrick Vexler

Am  02. Februar, durfte ich Winfried Kretschmann bei uns in Hohenlohe begrüßen. Im Gespräch mit der Journalistin Gaby Renz wurde sowohl sein Buch „Der Sinn von Politik ist Freiheit“ thematisiert, aber auch sein ganz persönliches Politikverständnis.

Immer wieder wurde deutlich, wie prägend Hannah Arendt für sein Denken ist – insbesondere ihr Freiheitsbegriff und die Idee, dass Politik dort entsteht, wo Menschen miteinander sprechen, handeln und Verantwortung übernehmen. Kretschmann betonte, wie wichtig ihm eine Politik des Zuhörens und Gehörtwerdens ist, gerade in einer Zeit, in der Vertrauen keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Besonders eindrücklich war für mich sein Blick auf das politische Handeln heute. Kretschmann machte deutlich, dass politische Ziele allein nicht ausreichten. Entscheidend sei, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Es brauche einen echten Wettbewerb um die besten Maßnahmen und Strategien, nicht um immer größere oder abstraktere Zielversprechen. Ohne durchdachte Strategien und konkrete Maßnahmen bleibe Politik wirkungslos – und Veränderung unmöglich. Dieser Gedanke zog sich für mich als einer der wichtigsten Impulse durch den gesamten Nachmittag.

Auch das Thema Kreativität spielte eine zentrale Rolle. Kretschmann sprach vom „göttlichen Funken“ im Menschen, den er in der Fähigkeit zur Kreativität sieht – als Quelle für Innovation, gesellschaftlichen Fortschritt und neue Lösungen. Dass Baden-Württemberg diesen Anspruch ernst nimmt, zeigt sich auch in Zahlen: Das Land investiert rund 5,7 % seines Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung und gehört damit zu den forschungsstärksten Regionen Europas.

Der Nachmittag war geprägt von nachdenklichen Momenten, klaren Haltungen und der gemeinsamen Überzeugung, dass Politik mehr sein muss als Verwaltung. Für mich war die Veranstaltung eine starke Erinnerung daran, warum Freiheit, Verantwortung und konkretes Handeln untrennbar zusammengehören – und warum genau hier politisches Engagement vor Ort ansetzt.

Es war ein schöner und sehr spannender politiktheoretischer Nachmittag, der noch lange nachwirkt. Winfried Kretschmann hat viele Denkanstöße gegeben und dazu eingeladen, Politik wieder als gemeinsamen Raum des Nachdenkens, des Zuhörens und des Handelns zu begreifen.